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Autor Thema: Eine kleine Hausapotheke...  (Gelesen 15041 mal)
anja
Gast
« am: 11. Oktober 2007, 10:51:35 »

In den folgenden Zeilen, könnt ihr euch ein Bild darüber verschaffen, wie es in einer homöopathischen Hausapotherke so ausschaut und bei welcher Symptomatik die Mittel so angewendet werden. Zwinkernd

Arzneimittelbilder


Aconitum napellus – Sturmhut (C 30)
Das Mittel ist in erster Linie ein Fiebermittel, das zu Beginn einer Erkrankung seine Hauptindikation hat, bevor sich der Prozeß lokalisiert. Nach spätestens zwei Stunden sollte eine Besserung eingetreten sein, sonst ist das Mittel meist nicht angezeigt. Die Symptome sind plötzlich auftretend und heftig. Die Haut ist trocken, rot , brennend. Psychisch sticht starke Unruhe und Ängstlichkeit ins Auge. Der Rachen ist rot, es besteht Mundtrockenheit und Durst. Verschlechterung um Mitternacht.

Allium cepa – Küchenzwiebel
Findet in erster Linie Anwendung bei akutem Schnupfen, Erkältungen,  Heuschnupfen, Neuralgien und bei Blähungen. Scharfe Nasenabsonderung, Tränenfluß, Kehlkopfkitzel und Rauhheit. Besserung durch frische Luft und Bewegung, Baden, Spülungen. Verschlechterung abends und durch Wärme.

Apis mellifica – Honigbiene
Oft bei Nesselsucht angezeigt, ödematöse Schwellungen: glänzend, empfindlich, mit stechendem Schmerz. Stiche von Insekten, die wie Bienenstiche aussehen, Sonnenbrand, Erfrierungen, Glasige Schwellung, z.B. der des Zäpfchens bei Racheninfekten. Es fällt eine Durstlosigkeit bei Fieber auf. Verschlechterung durch Wärme, Besserung durch Kälte.

Arnica montana – Bergwohlverleih, Fallkraut
Das Hauptmittel bei Prellungen und Verletzungen, nach Operationen: Gefühl “alles sei wie zerschlagen”, das Bett erscheint zu hart, will in Ruhe gelassen werden. Verschlechterung durch Berührung. Auch bei Beschwerden, die eventuell von einer länger zurückliegenden Verletzung herrühren. Schleimbeutelerkrankungen, bei Kopfverletzungen als erste Maßnahme.

Belladonna – Tollkirsche
Zusammen mit Aconit und Ferrum phosphoricum das Hauptfiebermittel. Die Röte ist dunkler, “gedunsen”, Schmerzen mehr pulsierend, Haut schwitzt mehr. Psychisch weniger ängstlich-unruhig (Aconit), sondern mehr “betäubt”, “glasige Augen”, Krämpfe, Halluzinationen, Wutanfälle, Scharlach-Fieber, Sonnenstich und Beschwerden durch zu viel Sonne.

Bellis perennis – Gänseblümchen
Bei Verletzungen tieferliegender Gewebe wie z.B. Nagelsaumgeschwüre, Verstauchungen, Prellungen, Blutergüssen und Schwellungen, sehr schmerzhaft. Bei tiefen Furunkeln Arzt aufsuchen, besonders, wenn diese im Gesicht die Oberlippengrenze erreicht haben.

Berberis – Gewöhnliche Berberitze
Blasenentzündung mit brennenden und stechenden Schmerzen, Nierenbeschwerden, Rheuma, Leberschmerzen. Rückenschmerzen im Sinne der Reizerscheinungen von Gallen- oder Nierensteinen. Muskel- und Gelenkrheumatismus im Sinne der gichtig-harnsauren Diathese. Viel Nierengrieß. Harn oft stark satzig mit rötlichem Sediment. Verschlimmerung durch Bewegung.

Bryonia alba - Zaunrübe, Gichtrübe
Stechende Schmerzen, zum Beispiel der Muskulatur nach Überanstrengung, schmerzhafte Steifheit in Nacken und Kreuz. Entzündungen der serösen Häute (Rippenfell, Bauchfell, Gelenke), mit dem Kennzeichen Verschlechterung durch die kleinste Bewegung. Besserung durch absolute körperliche und geistige Ruhe. Harter trockener sehr schmerzhafter Husten, Verschlechterung im warmen Zimmer, Schmerzen in der Brust beim Einatmen, Brustentzündung (Mastitis), wenn die geringste Bewegung der Brust schmerzt.

Calendula officinalis – Ringelblume
Das Mittel für offene Wunden – auch lokal als Tinktur, verhindert häufig Superinfektionen; auch bei Brandwunden und zur Blutstillung bei Zahnextraktionen, Erkältungsneigung bei feuchtkaltem Wetter.

Cantharis vescatoria – Spanische Fliege
Blasenentzündungen mit unerträglichem, ständigem Harndrang, Krämpfe, der Harn brennt, Hautausschläge mit Blasenbildung, Verbrennungen, Schmerzen wie roh und wund.

Carbo vegetabilis - Holzkohle
Hauptmittel bei Schockzustand und Atemnot nach Verletzungen, Unfällen, Lebensmittelvergiftungen. Blähungen mit ständigem Aufstoßen.  Erschöpfung, Kreislaufkollaps, Ohnmacht . Der Patient friert, ist ängstlich und schwach und hat das Interesse an allen Dingen verloren. Abneigung gegen Milch, fette Speisen und Alkohol, Verschlechterung in feucht-warmer Luft, abends und nachts. Besserung in frischer Luft.

Chamomilla – Echte Kamille
“Reiz-Fieber”, wenn die Kinder jähzornig, launig, “lästig, sind bei denen alles nicht recht ist und ständig herumgetragen werden wollen. Bei der Zahnung, eine Wange rot, die andere blaß. Bauchkrämpfe mit ärgerlichem Weinen und grünen Durchfällen, Überempfindlichkeit gegen Schmerz.

Cocculus indicus – Kokkelskörner
Hauptmittel bei Reisekrankheiten (ähnlich Tabacum). Üble Folgen von Schlafmangel.

Colocynthis – Koloquinte, Bittergurke
Gallenkolik, Magenkolik, insbesondere nach Ärger. Besserung durch Wärme, starken Druck auf die schmerzende Stelle und Wärme.

Dulcamara - Bittersüß
Muskel- und Gelenkrheumatismus als Erkältungsfolge. Ohrenentzündung, Durchfall, Blasenentzündung. Beschwerden werden durch kalte Nässe ausgelöst oder verschlimmern sich dadurch. Besserung durch Wärme. 

Eupatorium perfoliatum – Wasserhanf “Bone-setter”
Bei “Knochengrippe” mit reißenden Schmerzen in Muskeln, Gelenken und Knochen, typisch Galleerbrechen bei Grippe.

Euphrasia – Augentrost
Wird hauptsächlich bei Augenbeschwerden und Erkrankungen der Schleimhaut der oberen Luftwege z.B. Nebenhöhlenvereiterung mit Kopfschmerzen angewendet. Der Tränenfluß ist beißend und scharf, der Nasenausfluß mild. Augen sind entzündet und gerötet. Besser an der frischen Luft. Verschlechterung durch Wärme und in geschlossenen Räumen. Die Wirkung von Euphrasia ist meist nur von kurzer Dauer.

Ferrum phosphoricum – Eisenphosphat
Fiebermittel, bei dem die Symptomatik milde, aber auch langwieriger verläuft. “Sitzt im Bett und liest”. Beschwerden durch Blutdrang bei Entzündungen, z.B. Mittelohrentzündung. Folgt auf Belladonna. Blässe, wird aber sehr schnell rot, bei Anstrengung o.ä.. Eher schlanke, schwächliche Kinder.

Gelsemium sempervirens – Gelber (Gift) Jasmin
Bei einer “Kopfgrippe” mit allgemeiner Schwäche, dunkle Röte des Gesichts mit Benommenheit; Kopfschmerz, der im Nacken beginnt und sich dann wie ein band um den Kopf legt. Lampenfieber, wenn Zittern und “lähmige Schwäche” dominieren. Durstlos.

Hepar sulfuris – Durchglühtes Gemisch von Austernschalenkalk und Schwefel
Ein “Eiter-Mittel”. Wenn Entzündungen zu eitern drohen, kann es häufig abgewendet werden oder jede Wunde eitert. Sehr kälteempfindlich. Überempfindlich auf äußere Reize, Absonderungen riechen nach altem Käse. Mandelentzündung mit drohender Abszessbildung und Splitterschmerz.

Hypericum perforatum – Johanniskraut
Das Hauptmittel bei Nervenverletzungen und Nervenschmerzen (Quetschungen der Fingerspitzen, Sturz auf das Steißbein, Wirbelsäulenverletzung, Unerträgliche Schmerzen. Zahnschmerzen. Anhaltende Traurigkeit (depressive Verstimmung)

Ipecacuanha – Brechwurzel
Dauernde Übelkeit mit Erbrechen bei einer sauberen Zunge; auch nach verdorbenen Magen nach Kuchen, Rosinen und unverdaulicher Nahrung. Auch wichtiges Hustenmittel mit starkem Schleimrasseln, nichts/ wenig läßt sich abhusten. Husten mit Übelkeit und Erbrechen.

Ledum palustre – Sumpfporst
Bei Stichwunden, Verstauchungen der Knöchel, Gelenkschwellung. Besserung durch Kälte.

Magnesium phosphoricum – Magnesiumphosphat (D 12)
Das große Mittel gegen Krämpfe. Magenkrämpfe. Besserung durch Druck und beugen nach vorne und Wärme; desgleichen krampfartige Menstruationsschmerzen mit den gleichen Modalitäten.

Nux vomica – Brechnuß (vom Strychninbaum)
Hauptmittel bei “Vegiftungen” (Alkohol, Folgen von Drogenmißbrauch, Medikamentenmißbrauch), wenn eine Gastritis im Vordergrund steht. Auffallende Überempfindlichkeit. Reizbarkeit und Agressivität. Lebermittel. Juckende, schmerzhafte Hämorrhoiden bei häufigem, vergeblichem Stuhldrang.
Rückenbeschwerden nach Überanstrengung, Durchnässen, Luftzug, Ärger, Knacken in den Kniegelenken. Kurzer Schlaf bessert.

Phytolacca decandra – Amerikanische Kermesbeere
Rachen/Mandelentzündung, wenn der Rachen tiefrot ist und Schluckschmerzen bestehen, die zum Ohr ausstrahlen. Brustentzündung mit harten, sehr empfindlichen Brüsten. Wenn das Kind saugt, strahlen die Schmerzen, von der Brustwarze über den ganzen Körper aus.

Pulsatilla pratensis – Kuhschelle, Küchenschelle
Der Wetterhahn der Arzneimittel. Alles wechselt: die Stimmung, von Lachen zu Weinen und zurück; die Schmerzen wandern, kein Stuhlgang gleicht dem anderen. Entzündungen sind durch gelblichen, milde Absonderungen charakterisiert, (Sinusitis, Mittelohrentzündungen). Durstlosigkeit; Abneigung gegen Fett. Besserung durch Frischluft, Trost, Zuspruch.

Rhus toxicodendron – Giftsumach, Gifteiche
Hauptmittel bei Zerrungen, Verstauchungen, Überanstrengung, Hexenschuß. Die wichtigste Modalität ist die Besserung durch Bewegung, Wärme, Reiben, Lageänderung. Steifheit der Gliedmaßen, Heftig juckende Hautausschläge, Herpes, Verschlechterung durch Ruhe, Durchnässung.

Ruta graveolens – Weinraute, Gartenraute
Verletzungen der Knochenhaut und des Bindegewebes, Knorpel und Sehnen; Sehnenscheidentzündung. Kopfschmerz und Augenprobleme von Überlastung der Augen (Bildschirmarbeit).
Tabacum – Virginischer Tabak
Übelkeit und Kollaps (erste Zigarette....), Schwäche und Kälte, will aber nicht zugedeckt sein. Reiseübelkeit mit Kollaps.

Urtica urens – Brennessel
Heftiges Jucken, brennen der Haut, auch mit Bläschenbildung, bei Allergien, Insektenstichen und Verbrennungen ersten Grades. Nesselsucht bei Nahrungsmittelallergien, Windpocken.

Veraturum album – Weiße Nieswurz, Weißer Germer
Kreislaufkollaps mit charakteristischem kalten Schweiß auf der Stirn. Nasenspitze und Gesicht sind kalt. Entkräftender reichlicher Durchfall mit Erbrechen. Besserung durch Wärme.

Viburnum opulus
Heftige Dysmenorrhoe mit Krampf- und Kopfschmerzen. Magenübelkeit und starke Rückenschmerzen, die bis zum Unterbauch ziehen. Nervöse Unruhe, kann kaum stillsitzen. Besserung durch Bewegung und an frischer Luft.

Grüße Anja
« Letzte Änderung: 12. November 2007, 15:06:27 von anja » Gespeichert
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